wer nur an das Gute glaubt

       
     
     
 
   
   
   
 
 

spirituelle Trance-Arbeit

 
   
  Das große Bild  
  der Halt in der Ideologie
 
 

 

   
   
 
 

Zitat

www.zitate-aphorismen.de

"Wer nur an das Gute glaubt, hält es zum besten."
Hans Kudszus, Das Denken bei sich – Aphorismen

 

 

   

Das Zitat von Hans Kudszus spricht mir aus dem Herzen. Der positiv Denkende verleugnet die Dualität des Lebens, die andere Seite der Münze wird nicht anerkannt.

- Positiv denken, die Gedanken sind verantwortlich für den eigenen Seelenzustand, in dieser Mode-Erscheinungen der Positivisten versteckt sich eine Gewalthandlung gegenüber dem Geist.
Es waren die Faschisten im letzten Jahrhundert, die versuchten, die Gedanken zu beherrschen, indem sie die Bücher der unliebsamen Autoren verbrannten. In der Moderne gibt es die Idee, durch Manipulation der Gedanken sein Leben zum Besseren zu wenden, und gestärkt durch die erfolgreichen Methoden des NLP (Neuo-linguistische Programmieren) den Suchenden mit solchen Horroranweisungen in die Irre zu führen. Der Erfinder dieser Methode ist Ron Hubbard - sie wird erfolgreich in der Sekte der Scientologen angewendet.
Denke Positiv, und du wirst dein Leben zum Positiven verändern. -

Ich selbst habe im letzten Sommer eine alte Bekannte besucht, die sich diesem Diktat unterworfen hat. Es war mühevoll für mich, bei dieser Diktatur des Guten dabei zu sein, und meine Empathie war auf eine harte Probe gestellt. Eine besitzlose Wolke der Aggression schwebte um ihre engelhafte Maske. Ihre frühere Authentizität war nicht mehr vorhanden. In ihrer Gegenwart fühlte es sich wie in einem Gefängnis. Es war für mich eine Erfahrung, wieviel Leid solch eine Diktatur des Guten auslöst. Sie war Anhängerin einer freichristlichen Sekte. Je länger ich in diesem Gefängnis der guten Gedanken war, desto aggressiver fühlte ich mich. Als ich mich endlich von diesen Gutmenschen befreien konnte, war ich noch tagelang mit diesem Erstaunen beschäftigt, wie sehr eine Sektenzugehörigkeit einen Menschen so einverleibt, dass keine Freiheit der Gedanken mehr möglich ist.

Die Lebensweisheit, dass jede Münze zwei Seiten hat, wird einfach ignoriert. Aber gerade diese Situation von eigenen ambivalenten Feldern bedeutet immer wieder, eine Entscheidung gegen eine andere abzuwägen. So gibt es zur Lebensgestaltung keine Alternative, als immer wieder eine Hierarchie für das Gute zu bilden und sich gegen das andere zu entscheiden. Auch braucht es das Böse, um daran das Gute messen zu können.
„Die lebende Gestalt bedarf der Schatten, um plastisch zu erscheinen.“ (C.G.Jung)
Die Hantierung der anderen Seite der Münze, die Realisierung des Nicht-Guten, also des Bösen, des Nicht-gewollten ist nur möglich, wenn ich dieses Feld nicht zum Tabu erkläre.
Ich bin nicht der Gut-Mensch, der ich so gerne sein möchte, dessen Ideal ich doch in mir tragen möchte. Der Mensch ist fehlbar. Er ist eben nicht Gott, auch wenn er das göttliche als Potential in sich trägt.

Im Christentum wurde das Böse in die Hölle verdammt. Die Engel erscheinen als die Heilsbringer, mit denen sich so viele so gerne identifizieren.
Heute exportiert Europa den Krieg ins Ausland. Und viele Müllhalden dazu.
Das Böse nicht zu projizieren sondern in sich selbst anzuerkennen, und einen Umgang damit zu finden, ist eine wenig anziehende und mühevolle innere Arbeit, die meistens erst durch menschliche Krisen sich aufdrängt.